Pressemitteilung der Jungen Union, Willich (Datum?)
Warum Mönchengladbach
den Ausbau wirklich will ...
Die wirtschaftliche Kalkulation der Flughafengesellschaft
Düsseldorf-Mönchengladbach geht nach dem Ausbau des Mönchengladbacher
Flughafens von einem jährlichen Fluggastaufkommen von bis zu 3 Millionen
Passagieren aus. Wir halten diese Zahlen für übertrieben. Sowohl die
mangelnde infrastrukturelle Anbindung des Flughafens MG, als auch die Entwicklung
anderer Flughäfen wie Weeze-Laarbruch zeigen, dass diese Kalkulation zumindest
auf Kante genäht ist.
Fakt ist jedoch, dass es trotz dieses Risikos
für die 3 Hauptanteilseigner des Flughafens,
- die Stadt Düsseldorf,
- die Stadt Mönchengladbach und
- das Bauunternehmen Hoch-Tief,
andere schwerwiegende Gründe gibt, den Ausbau auch bei einer riskanten Finanzplanung zu betreiben:
Billigflieger nach Mönchengladbach,
lukrative Airlines nach Düsseldorf
Entscheidend für den finanziellen Ertrag,
den ein Flughafen einfährt, ist vornehmlich der Verkauf von Slots, den
Start und Landeerlaubnissen. Der Flughafen Düsseldorf verspricht sich nach
einem erfolgten Ausbau sowohl des Mönchengladbacher, als auch des Düsseldorfer
Flughafens, unrentable Slots, wie die von Ferienfliegern, nach Mönchengladbach
auslagern zu können. Die so frei gewordenen Slots sollen dann für
die rentableren Interkontinentalflüge genutzt werden, an denen es Düsseldorf
bisher mangelt.
Wir stellen aufgrund dieser Planung den häufig
propagierten wirtschaftlichen Nutzen des Mönchengladbacher Flughafen für
die Region und hier insbesondere für die heimische Wirtschaft in Frage.
Neue und bedeutende Chancen für die Region durch Ferienflieger am Mönchengladbacher
Flughafen sehen wir nicht.
Die Stadt Mönchengladbach fürchtet
sich ihrerseits davor, dass der Flughafen, wenn es nicht zum Ausbau kommt, wie
vertraglich vereinbart an sie zurückfällt. Damit müsste die Stadt
Mönchengladbach die Unterhaltskosten des Flughafens alleine bestreiten,
in Zeiten knapper finanzieller Möglichkeiten eine unglaubliche Belastung.
Das Bauunternehmen Hoch-Tief würde durch
den Auftrag den Flughafen auszubauen, ein Millionen-Bau-Projekt in einer für
Bauunternehmen schwierigen Zeit, quasi von sich selber erhalten.
Alle diese Gründe sprechen im Sinne der
drei Hauptanteilseigner für einen Ausbau, auch trotz großer wirtschaftlicher
Risiken. Die Region wird davon nicht profitieren.
Infrastruktur überlastet
Die Infrastruktur am und um den Flughafen Mönchengladbach
wäre mit einem angeblichen Passagieraufkommen von bis zu 3 Millionen pro
Jahr hoffnungslos überlastet. Die derzeit mit dem Ausbau ins Auge gefassten
infrastrukturellen Maßnahmen leisten hier auch keine nachhaltige Abhilfe:
a) Trotz eines Ausbaus der Regiobahn, dann sogar
höchstwahrscheinlich an Willich-Schiefbahn vorbeigeführt, muss davon
ausgegangen werden, dass das Gros der Passagiere, wie in Düsseldorf auch,
per Individualverkehr anreist.
b) Diese Steigerung des Individualverkehrs würde
zu einer weiteren Belastung der Autobahnen 52 und 44 sowie des Autobahnkreuzes
Neersen führen.
c) Die Lärmentwicklung in den Städten
Willich, Viersen, Korschenbroich wird durch mehr Starts und Landungen von größeren
Maschinen zunehmen. Dafür wird alleine schon die geplante Verlegung der
Start- und Landebahn um 50 m in Richtung Willich sorgen.
In einem ganz erheblichen Maße werden
jedoch die so genannten Platzrunden (Warteschleifen) der landenden Maschinen
die Lärmbelastung in der Region in die Höhe schnellen lassen.
Ungern diskutierte Gesichtspunkte
Wir bedauern, dass von Seiten der Betreiber
folgende Gedanken noch gar nicht in die öffentliche Diskussion gebracht
worden sind und müssen daher davon ausgehen, dass ihrerseits höchstens
ein geringes Interesse an einer offenen Diskussion besteht:
- Diskussion über ein Nachtflugverbot für
den Mönchengladbacher Flughafen nach dem Ausbau, ähnlich dem in Düsseldorf,
- Konsequenzen und Perspektiven für den
Mönchengladbacher Flughafen im Falle eines Ausbaus des Düsseldorfer
Flughafens um eine separate Start- und Landebahn,
- Vollausbau des Neersener Autobahnkreuzes,
- Ausbau der A 44 auf drei Spuren wie vom Kreis
Viersen bereits gefordert,
- Weiterführung und Lückenschluss
der A 44 auf Mönchengladbacher Gebiet.
Aufruf an die Regionalräte
Aufgrund dieser Gesichtspunkte - aber auch,
weil sie leistungs- und zukunftsfähigere Alternativlösungen wie den
Ausbau des ehemaligen Militärflughafens Weeze-Larbruch, der im übrigen
auch ökologisch verträglicher ist, bevorzugt - fordern wir die zuständigen
Stellen und hier insbesondere die verantwortlichen Mitglieder im Regionalrat
auf, den geplanten Ausbau des Flughafen Mönchengladbach kritisch zu hinterfragen
und abzulehnen.