WZ - NIEDERRHEIN vom 20. Mai 2004

Gegenwind für den Flughafen

Gegen die Ausbaupläne des Gladbacher Airports liegen bereits 10.000 Einwendungen vor. Auch die Politik in den Nachbarstädten rückt von den Plänen ab.

Von Roland Busch

Mönchengladbach. Die Ausbaupläne des Mönchengladbacher Flughafens stoßen auf immer stärkeren Widerstand. So will die Initiative Airpeace am Montag der Düsseldorfer Bezirksregierung rund 10.000 Einwendungen gegen den geplanten Ausbau des Verkehrslandesplatzes Mönchengladbach übergeben. Die Einwendungen stammen vor allem aus Willich und Korschenbroich, aber auch aus Viersen, Neuss und Grevenbroich.

Viel schwerer dürfte für die Verantwortlichen des Airports an der Niers aber die politische Ablehnung aus den Nachbarstädten wiegen. Nach dem klaren Nein aus Korschenbroich und Willich haben sich auch Stadt und Kreis Viersen klar gegen die Pläne ausgesprochen. Die Flughafengesellschaft möchte eine neue Start- und Landebahn mit rund 2.400 Metern Länge errichten. Damit könnten dann auch größere Maschinen den Airport an der Niers ansteuern. Derzeit herrscht Flaute: Nur zwei Flugziele, Usedom und Kattowitz, werden je einmal pro Woche angeflogen. Viel zu wenig für einen wirtschaftlichen Flugbetrieb.

Dazu wäre der Ausbau notwendig. Doch in dem dazu derzeit laufenden Planfeststellungsverfahren melden sich immer mehr Kritiker zu Wort. Jetzt ging auch die CDU im Kreis Neuss auf Distanz. "Wir haben in einem einstimmigen Vorstandsbeschluss unser klares Nein zum Ausbau bekräftigt", sagte Kreisvorsitzender Hermann Gröhe. Man teile die schwerwiegenden Bedenken der betroffenen Bürger. Die Pläne für den Ausbau stellten eine Bedrohung der Wohn- und Lebensqualität der Menschen dar. Die CDU hat aber auch ernsthafte Bedenken im Hinblick auf die Flugsicherheit. So sei mit den sich kreuzenden Anflugschneisen des Flughafens Düsseldorf und des Landeplatzes Mönchengladbach "eine ernst zu nehmende Erhöhung der Unfallgefahr verbunden". Durch die Kombination von Verkehrsflug- und Schulflugbetrieb entstünde eine zusätzliche Unfallgefährdung, so die CDU.