Die Vereinsmitglieder verteilten

8000 Einladungen; 50 Plakate

wurden von der lokalen Wirtschaft

aufgehängt ...

 

     Bürgerversammlung

     am 1. März 2004
     im Forum Corneliusfeld

 

     Programm

...und fast 500 Besucher folgten
    Einladung

 

 

Begrüßung und Moderation:

Herr Dietrich Aeuer,

Vorsitzender des Bürgervereins

Tönisvorst gegen Fluglärm e.V.

 

Redner zum Thema Fluglärm:

 

Herr Robert Marlinghaus,

2. Vorsitzender des Bürgervereins
Tönisvorst gegen Fluglärm

 

 

 

Herr Hans Dieter Flocken,

Vorsitzender des Bürgervereins

Tackheide 1977 e.V.

 

 

 

Herr Christoph Lange,

Vorsitzender des Bürgervereins
Osterath gegen Fluglärm e.V.

 

 

Herr Joachim Hans Beckers,

Präsident der Bundesvereinigung
gegen Fluglärm e.V.

 

 

 

Herr Thomas Gossen,

Leiter des Rechtsamtes
der Stadt Tönisvorst

 

Zusätzlich für die Beantwortung der Bürgerfragen:

 

 

 

Herr Albert Schwarz (2.v.r.),

Bürgermeister von Tönisvorst

 

Herr Dr. Heinz Michael Horst (r.),

Mitglied der Fluglärmkommission

 

Presse

 

 

Westdeutsche Zeitung, Lokalteil Willich/Tönisvorst vom 3. März 2004

 

„Sind wir mutig, können wir etwas bewegen“

Rund 500 Bürger kamen zur einer Fluglärm-Informationsveranstaltung im Forum des Schulzentrums Corneliusfeld.

Tönisvorst (tkr). Die ganze Lebensplanung begann einmal auf der grünen Wiese nun sind schwarze Gewitterwolken in Form von Modru 4T aufgezogen. So skizzierte Dietrich Aeuer, Vorsitzender des Tönisvorster Bürgervereins gegen Fluglärm, die derzeitige Situation in Sachen Flugverkehr über der Stadt. Gegen die schwindende Lebens- und Wohnqualität sind er und seine Mitstreiter in den Kampf gezogen. Am Montagabend informierte der Verein im Forum Corneliusfeld über die derzeitige und zu erwartende Belastungssituation. Wie brisant das Thema ist, zeigte das große Interesse: Knapp 500 Bürger, darunter auch einige aus Willich und Krefeld, waren gekommen.

„Wir sind nicht gegen das Fliegen“, machte Aeuer klar. Derh- und Angelpunkt des Widerstands gegen Modru 4T sei die Art und Weise des Zustandekommens der Routenänderung. Mit dem „fadenscheinigen“ Argument der besseren Lärmverteilung, so der Verein, sei im Herbst die neue Abflugroute eröffnet worden. Doch statt einer Entlastung für die Mehrzahl der in der Region Lebenden, seien nun rund 200 000 Einwohner deutlich stärker belastet. Demgegenüber stünden nur 50 000, die eine Verminderung des Fluglärms spürten.

Die Planungshoheit liegt bei der Deutschen Flugsicherung (DFS), Bürger genießen kein Mitspracherecht. „Was haben wir schon für Möglichkeiten gegen einen solchen professionellen Riesen“, fragte Aeuer. Das einzige Mittel von Einzelpersonen wie Stadt sei die Klage. „Wir müssen nur mutig genug sein, dann können wir etwas bewegen.“

In Kooperation mit anderen Bürgerinitiativen und Vereinen wollen die Tönisvorster diesen Weg gehen. Bisher sind 2000 Euro an Spenden eingegangen, die für die Beauftragung eines Rechtsanwalts benötigt werden. Seit Januar liegt schon die Klage der Stadt beim Oberverwaltungsgericht.

Thomas Gossens vom Rechtsamt erläuterte: Ob die Flugroute sachlich gerechtfertig sei oder willkürlich entschieden wurde, sei die Kernfrage: „Die DFS muss die Interessen ausgleichen; das Luftfahrtsbundesamt muss den Sachverhalt fehlerfrei ermitteln und dann die bestmögliche Entscheidung finden.“

Der angesprochene Interessenausgleich, so Verein und Stadt, sei aber alles andere als schlüssig. Dafür, dass die Verordnung rechtswidrig sei, sprechen laut Gossens viele Argumente. Eine endgültige Entscheidung, so prognostizierte er, sei wohl erst in vier oder fünf Jahren zu erwarten.

Aeuers Appell an alle Bürger zum Abschluss der gut zweistündigen Veranstaltungen: „Unterstützt den Verein, damit unsere Immobilien ihren Wert behalten.“

 

 

 

Rheinische Post, Lokalteil Willich/Tönisvorst vom 3. März 2004

 

500 Besucher bei der Veranstaltung gegen Fluglärm im Forum Corneliusfeld

Osterather Verein macht Mut

Von TINA KREIBICH

ST. TÖNIS. Bessere „Lärmverteilung“ durch Modru 4T? Viele Tönisvorster haben Zweifel, ob die Ablflugroute des Düsseldorfer Flughafens rechtens und vor allem gerecht ist. „Fadenscheinig“ nennt der Bürgerverein Tönisvorst gegen Fluglärm die Argumente der Deutschen Flugsicherung (DFS).

Die zugrunde gelegten Zahlen seien veraltet oder sogar falsch – statt einer Lärmverminderung für den Großteil der Bevölkerung im Einzugsgebiet bringe die neue Route eine Neubelastung für weitaus mehr Haushalte. Durch Modru 4T wurden nach Angaben des Vereins 50.000 Menschen entlastet, aber rund 200.000 deutlich stärker belastet. Dagegen will man nun vorgehen. Dass der Verein mit dieser Ansicht nicht alleine steht, bewies die Informationsveranstaltung am Montagabend im Forum Corneliusfeld auf eindrucksvolle Weise: Rund 500 besorgte Bürger, Vertreter anderer Bürgervereine sowie zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung zeigten, dass sie noch nicht resigniert haben.

„Das volle Haus ist Beweis dafür, das Lärm nicht egal ist“, freut sich Dietrich Aeuer, Vorsitzender des Bürgervereins. Seit 2002 kämpfen er und seine Mitstreiter aktiv gegen die Route. Anders als andre Planungsverfahren, wie zum Beispiel für Straßen und Baugebiete, haben Bürger kein Mitspracherecht bei der Änderung der Flugrouten.

Zwar gibt es eine Fluglärmkommission, in der die betroffenen Kommunen vertreten sind, diese ist aber nur ein Beratungsgremium. Aus dieser Situation heraus hatte sich die Bürgerinitiative gegründet. „Bei soviel Intransparenz, ist es unser Anliegen zu informieren“, erklärte Aeuer das Entstehen. Die einzige Chance gegen Modru 4T und die damit zusammenhängende „ungerechtfertigte“ Umverteilung des Fluglärm vorzugehen, sei eine Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Damit sind allerdings erhebliche finanzielle Aufwendungen verbunden, die durch Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Spenden aufgebracht werden sollen. Aus der Initiative ging daher vor einigen Wochen der Bürgerverein hervor.

Sachverständige Unterstützung im Kampf gegen den Fluglärm bekommen die Tönisvorster auch von außerhalb. Die Bürgerinitiative Osterath hat bis dato 20.000 Euro gesammelt und Klage eingereicht. Christoph Lange, Vorsitzender der Osterather Gruppe, rechnet sich sehr gute Chancen aus, in der ersten Instanz erfolgreich zu sein. Die gute Vorarbeit bedeutet allerdings nicht, dass sich die Tönisvorster nun zurücklehnen können: „Das ist nicht einmal der Ansatz von dem, was uns im Sommer blühen wird“, mahnt Lange.

Wichtig im Kampf gegen den Fluglärm ist auch die enge Kooperation des Vereins mit der Stadt, die sich nicht nur gegen die Mehrbelastung durch verstärkte Überflüge, sondern auch den Ausbau des Flughafens Mönchengladbach ausgesprochen hat. Thomas Gossens vom Rechtsamt erklärte, dass viele Argumente für die Rechtswidrigkeit der Routenänderung sprächen. Die Stadt tritt daher als Klägerin auf, die Sache liegt seit Januar in Münster vor. Sollte die Klage in der ersten Instanz erfolgreich sein, prognostizierte Gossens vorsichtig einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren, bis es zu einer endgültigen Entscheidung kommen könnte.