RP - Viersen vom 13. Mai 2004
Streit um Airport MG
Viersens "Nein" hat Gewicht
Viersen (web). Die Stadt Mönchengladbach träumt davon, dass ihr Regionalflugplatz
als Zweigstelle des Düsseldorfer Flughafens zur Jobmaschine wird. Dafür
müsste die Startbahn von 1200 auf 2400 Meter ausgebaut werden, damit größere
Flugzeuge Mönchengladbach anfliegen können. Seit Jahren regt sich
dagegen Widerstand im Kreis Viersen: Bürgerinitiativen, Vereine und Verbände
befürchten mehr Lärm, weil die Einflugschneise unmittelbar über
Willich, Neersen und Süchteln liegt.
Bislang wusste Mönchengladbach die Stadt Viersen an seiner Seite. Denn
die Kreisstadt ging lange davon aus, dass nach dem Flugplatzbau verstärkt
Unternehmen die Region als Firmenstandort entdecken und damit so mancher Arbeitsplatz
in Viersen neu entsteht. Nun wanderten die Viersener ins Lager der Ausbaugegner
ab. Dies hat auch damit zu tun, dass der Kreis Viersen als Wohngebiet nach wie
vor attraktiv ist. Die Stadt Viersen hofft auf Neubürger, hat mehrere Wohngebiete
ausgewiesen und lockt mit attraktiven Grundstücken. Über der Stadt
kreisende Flugzeuge sorgen für Negativwerbung. Außerdem, so argumentiert
Viersen, habe der Airport Niederrhein in Weeze-Laarbruch den Gladbachern längst
den Rang abgelaufen.
Viersens "Nein" kann das Genehmigungsverfahren entscheidend beeinflussen.
Das endet 2005, wenn die Bezirksregierung endgültig über den Flugplatzausbau
in MG entscheidet.