RP-Mönchengladbacher Stadtpost vom 6. Mai 2004

400 bei Infoveranstaltung
Airpeace: Gutachten geschönt

KLEINENBROICH. In seinem Kampf gegen den Ausbau des Verkehrslandeplatzes Mönchengladbach stellt der Flughafengegnerverbund Airpeace die Richtigkeit des zentralen Lärmschutzgutachtens in Frage. Im gleichen Zuge wird eine neue Untersuchung gefordert. "Dieses Gutachten ist ein absoluter Skandal", erklärte gestern Abend der Airpeace-Vorsitzende Martin Rothe auf einer Informationsveranstaltung im Forum der Realschule in Kleinenbroich, zu dem gut 400 Bürger erschienen waren.

Die Einschätzung von Airpeace stützt sich auf ein Gegengutachten des Bundesverbandsvorsitzenden der Flughafengegner. Ausgegangen worden sei in dem Lärmschutzgutachten von falschen Richtlinien, erläuterte Rothe, EU-Recht sei nicht berücksichtigt worden. So werde die Lärmbelastung geschönt, obwohl sie für Kleinenbroich und auch Raderbroich im gesundheitsgefährdenden Bereich liege. Der schlimmste Fall: Nach derzeitigen Erkenntnissen werden Passagierflugzeuge mit Düsenantrieb beim Landeanflug nur 200 Meter über der Grundschule St. Maternus in Kleinenbroich schweben.
Eine weitere Problematik riss der als Experte geladene Geologe Dr. Heinrich Kalthoff an: Um der von hohen Grundwasserständen herrührenden Gefahr einer Landebahnüberflutung zu entgehen, müsse die Bahn um einen Meter erhöht werden. Dann jedoch drohe das Grundwasser in Korschenbroich durch falsch ablaufende Wasser noch weiter ansteigen.
In ihren Stellungnahmen demonstrierten die Vertreter aller Korschenbroicher Ratsfraktionen ihre bekannte Geschlossenheit gegen den Ausbau des Flughafens. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ansgar Heveling verwies auf ein neueres Gutachten eines weltweiten Wirtschaftsberatungsunternehmens, wonach Regionalflughäfen in den nächsten Jahren nicht wirtschaftlich sein könnten. "Lassen Sie uns Mönchengladbach vor einer Ruine bewahren," sagte Heveling.

Am Ende stand der Appell - gerichtet an alle Korschenbroicher, da eine Belastung stadtweit eintrete -, bis zum 25. Mai Einwendungen gegen den Flughafenausbau vorzulegen. Airpeace hat dazu von einem Anwalt für Luftverkehrsrecht eine Mustereinwendung anfertigen lassen. usch